Heilen mit Bakterien
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Anwendungsgebiet: chronische Infektanfälligkeit
„Einmal krank, immer krank?“
Behandlung der chronischen Infektanfälligkeit im Kindesalter und bei Erwachsenen

Eine verstopfte Nase, rauer Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, allgemeine Mattigkeit – diese Anzeichen eines Infektes kennt wohl jeder. Bei gut immunisierten Erwachsenen treten akute Infekte zum Glück eher selten auf.
Kinder dagegen, deren Abwehrsystem noch in Entwicklung begriffen ist, sind naturgemäß häufiger von Infekten der oberen Atemwege betroffen und nicht nur in der kalten und nassen Jahreszeit. Zur Behandlung genügen oft Ausspannen, eine vitaminreiche Kost und vermehrte Flüssigkeitszufuhr sowie Wärmeanwendungen an den gereizten Schleimhäuten. Wenn sich die Infekte aber häufen oder chronisch werden – sei es durch Stress, Fehlernährung oder Allergiebereitschaft – dann reichen diese Behandlungsmaßnahmen nicht mehr aus.

Antibiotika nicht immer sinnvoll

Antibiotika sind sicherlich ein Segen für die Menschheit. Bleibt doch in vielen Fällen dem behandelnden Arzt keine andere Möglichkeit als eine schwere Erkrankung, die sich aus einer bakteriellen Infektion herleitet mit Antibiotika zu behandeln. Leider werden heute Antibiotika oftmals zu leichtfertig bei Infektionen eingesetzt, die eigentlich keiner antibiotischen Behandlung bedürfen.
Einerseits sind Antibiotika bei den viralen Infekten, die überwiegend auftreten, nicht wirksam. Andererseits werden bei häufiger Anwendung von Antibiotika vielfach Folgeinfekte begünstigt. Erst kürzlich ergab eine Studie, dass 76% der Kinder, die wegen einer Mittelohrentzündung antibiotisch behandelt worden waren, innerhalb von drei Wochen erneut an einer Ohrenentzündung litten. Waren die Kinder dagegen auf alternative Weise behandelt worden, so erkrankten nur 16%.
Viele Patienten klagen nach Antibiotikagabe zudem über Verdauungsstörungen, da diese Medikamente nachhaltig in die Ökologie des Darmes eingreifen.

Mikrobiologische Therapie bei Infekten

Anstelle von Antibiotika bieten sich therapeutische Alternativen an, die sowohl in der akuten Erkrankungsphase als auch bei chronischen Infekten helfen können. Dazu gehört die Mikrobiologische Therapie. Dieses Behandlungskonzept basiert auf Jahrzehnte langer Erfahrung und auf aktuellen Forschungsergebnissen. Es unterstützt das durch Stress und Infekte geschwächte oder durch Allergien überforderte Immunsystem, indem die Eigenregulation des Körpers verbessert wird.

Bakterien bilden ein Schutzsystem

Sämtliche Schleimhäute des Menschen sind mit fein aufeinander abgestimmten Schutzsystemen versehen, die Krankheitserreger, allergieauslösende Stoffe, Chemikalien etc. abzuwehren helfen. Die Bakterienflora der Schleimhäute ist dabei sehr wichtig. Sie unterstützt die Verdauung und die Ernährung der Schleimhautzellen. Außerdem aktiviert sie verschiedene Zellen, die bei der Neutralisation von Erregern und Schadstoffen behilflich sind und deren Vernichtung und Ausscheidung übernehmen.

Eine zentrale Bedeutung hat das Schutzsystem an der ca.400 m2(!) großen Schleimhautfläche des Darmes. Hier ist das Mucosa-assoziierte Immunsystem lokalisiert, das eine übergeordnete Kontroll- und Regelfunktion gegenüber allen Schleimhautsystemen ausübt. Bricht dieses Schutzsystem zusammen, reichen die Folgen von Verdauungsstörungen bis hin zu Erkrankungen auch an anderen Schleimhäuten – dazu gehört die Infektanfälligkeit. Es können aber auch andere Organe, wie z.B. die Haut, erkranken.

Gut verträgliche biologische Präparate

Bei der Mikrobiologischen Therapie werden Bakterienpräparationen eingesetzt, die das Ökosystem des Darmes in seinen vielfältigen Funktionen unterstützen. Dazu gehören Enterococcus faecalis (Symbioflor 1®), Escherichia coli (Symbioflor 2®,) und Milchsäurebakterien. Diese biologischen Fertigräparate sind gut verträglich, ihre Einnahme erfolgt im Allgemeinen zweimal täglich.

Studien belegen die Wirkung von Symbioflor® -Präparaten vor allem an bestimmten Gruppen der weißen Blutkörperchen, den sogenannten Makrophagen und den Fresszellen. Sie nehmen im Abwehrsystem eine zentrale Rolle ein. Durch die Mikrobiologische Therapie kann somit bei Infektanfälligkeit als auch bei bestehenden chronischen Infekten eine heilende Wirkung erzielt werden.

Bei chronischen Krankheitsverläufen wird eine zusätzliche Behandlung mit so genannten Autovaccinen Herborn® erforderlich sein. Dabei handelt es sich um Impfstoffe, die aus körpereigenen Bakterien des jeweiligen Patienten hergestellt werden. Die Anwendung erfolgt über die Haut, die Schleimhäute oder durch Injektionen. Die in dem Impfstoff enthaltenen Bestandteile der Bakterien bewirken nachweislich eine bessere Regulation der Immunzellen untereinander und helfen so dem gesamten Immunsystem, wieder normal zu reagieren.

Warum also auf den nächsten Infekt warten, anstatt ihm wirkungsvoll zu begegnen?

Dr. R. Schmidt-Fuchs©